Gegen Spätfröste - Schloss Wackerbarth schützt Reben mit Feuer

Weinböhla (dpa/sn) - Um die empfindlichen Reben in den Junganlagen vor Spätfrösten zu schützen, hat das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in der Nacht zum Donnerstag kontrollierte kleine Feuer in den Weinbergen angezündet. «Die Aktion verlief erfolgreich, wir sind vorsichtig optimistisch», sagte Weingut-Sprecher Martin Junge. Auf einer Fläche von knapp einem Hektar in Weinböhla stellten die Winzer in den frühen Morgenstunden erstmals spezielle Frostschutzkerzen auf, rund 260 kamen zum Einsatz. Sie können bis zu neun Stunden lang brennen und sorgen für entsprechende Wärme im unmittelbaren Umfeld. «Mit dem Thermometer haben wir das im Weinberg genau kontrolliert», so Junge. Sanken die Temperaturen in der Nacht außerhalb der Rebzeilen auf minus ein Grad, waren es bei den Reben um die drei Grad.

In den Weinbergen in Diesbar-Seußlitz wurden kleine Rauchfeuer entzündet - wie bereits 2017. Insgesamt waren die Winzer auf einer Fläche von gut sechs Hektar unterwegs, um Tausende junge Muscaris-, Bacchus- und Müller-Thurgau Rebstöcke zu schützen. Gefährdet sind vor allem flache Lagen und Senken, wo sich die Kälte sammelt.

Die jungen Reben sind wegen der warmen Temperaturen bereits weit entwickelt, vielerorts ragen bereits die ersten grünen Spitzen hervor. «Hätten wir nichts unternommen, werden die Knospen braun und können abfallen», erklärte Junge. Erfrieren die Pflanzen, bedeutet das für die Winzer Ertragseinbußen und Verluste.

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